Freitag, 8. Januar 2016
Buenas!
Frohes Neues!
Jetzt kommt doch nochmal eine Meldung von mir über den Blog.
Tut mir leid das ich mich solange nicht gemeldet habe, aber ich hatte nicht wirklich die Motivation etwas zu schreiben und dadurch das keine Nachfrage entstanden ist habe ich nichts mehr verfasst.
Jetzt kommt aber mal wieder ein Bericht!

So ziemlich die hälfte ist nun um und meine Erfahrungen und Erlebnisse habe sich natürlich unglaublich gesteigert. Als Ecuadorianer kann ich mich noch nicht 100% bezeichnen aber es geht voran!
Die Aufmerksamkeit ist (leider) immer noch die gleiche, was mir inzwischen teils wirklich auf die Nerven geht.

Im Moment ist absolute Regenzeit. Es regnet sehr häufig und in einer stärke die man in Deutschland kaum erlebt. Bis zu 48 Stunden hält der Regen an, was etwas depressiv werden kann.
Durch die trotzdem eingehende Hitze (Heute z.B 28°) kann es sehr erdrückend Schwül werden.
In dem Teil von Esmeraldas in dem ich lebe, bestehen die Straßen nur aus Dreck und verwandeln sich nach andauerndem Regen in Schlammstraßen. Extrem ätzend ist aber die unglaubliche anzahl von Mücken, die sich anscheinend lieber helle Haut suchen. Ich denke ich werde mich in Deutschland nie wieder über Mücken beschweren, da ich jetzt weiß was es wirklich heißt zerstochen zu sein...
Natürlich hat die Regenzeit auch ihre schönen Seiten - Die Natur boomt gerade zu, es ist wirklich unglaublich grün.

In der Schule geht es weiterhin so zu wie immer - sehr chaotisch. Gestern hatten wir wieder einen "Streik". Es geht darum das viele Schüler auf meiner Schule das Schulgeld nicht bezahlen können und so staatlich untergebracht sind. Es kommt also öfter mal vor das die Lehrer ansagen, das der Unterricht ab jetzt nur noch für Schüler ist die bezahlen. Also verlassen alle anderen die Klassenzimmer (90%) und bleiben au dem Schulhof bis die Schule zu ende ist. In den Klassen bleiben dann ungefähr 3-4 Schüler übrig.
Amüsant sind auch immer die morgendlichen Zusammentreffen mit der ganzen Schule, bei denen die Schulleitung oder die Lehrer verschiedene Dinge ansagen und gebetet wird. Diese Treffen werden nahezu immer durch technische Probleme, wie zum Beispiel Lautsprecher Ausfälle und unangenehme Fieptöne gestört oder wir versinken komplett im Regen.

An Weihnachten hatten wir für die ganze Schule einen Gottesdienst, der meiner Meinung aber eher an eine Messe erinnert hat. Im lautstarken Ton fast Gebrüll wurde über Gott und die tolle Kirche geredet. Ich persönlich tendiere ja eher zum Atheismus, respektiere Religion aber komplett. Das war jedoch selbst mir zu viel.
Weihnachten zu hause war dagegen eher unspektakulär. Ich war ziemlich den ganzen Nachmittag/Abend alleine zu Hause und habe mich schon gefragt ob wir jetzt überhaupt etwas feiern, bis mir meine Mutter dann erklärte das die Tradition hier beschreibt um 00:00 das Weihnachtsessen einzunehmen. Also traf sich die ganze Familie um 12 um die Mahlzeit einzunehmen. Tradition ist hier Truthahn oder Hühnchen zu essen, dazu dann Reis, Gemüse und außerdem eine Paste bestehend aus Hühnchen und Cookies. Die Paste habe ich als weiterhin bestehender Vegetarier natürlich nicht gegessen aber von anderen Austauschschülern gehört das diese, um es einmal so zu sagen, seehr gewöhnungsbedürftig ist.

Langsam beginnt mir das Essen aus Deutschland wirklich zu fehlen. Al zu abwechslungsreich ist es hier auf dauer nicht. An normalen Tagen besteht die Wahl aus Kochbananen, Quetschbananen, frittierten Bananen, gefüllten Bananen, Bananen Chips und einer Menge Bananenteig Waren, dazu dann Reis, Linsen und natürlich Hühnchen. Sonst wird viel Brot gegessen, jedoch nur Weißbrot was einem von deutscher Backkunst verwöhntem Menschen auf dauer auch ein wenig ödet.
Den anderen Austauschschülern geht es ähnlich, darum treffen wir uns ab un zu um uns einmal etwas zu backen oder zu Kochen.

Wasser und Stromausfälle sind hier ziemlich normal. Wasser jedoch deutlich öfter, es bleibt bis zu 7 Tage weg. Strom meist nur ein paar Stunden.
Hinter unserem Haus haben wir eine Wassergrube, aus der dann Wasser für alle Gebräuche geschöpft wird. Es klingt vielleicht etwas komisch, ist aber nach ein bisschen Gewöhnung gar nicht schlimm.

Wer ein großes Problem mit Insekten oder Tieren hat ist hier definitiv falsch. Kakerlaken, Ratten und Frösche sind die nervigsten, da sie ziemlich groß und eklig sind. Neulich zum Beispiel hatte ich eine ziemlich fette Ratte bei mir im Bad, ich hab mich so erschrocken, dass ich gefühlt einen mindestens zwei Meter Sprung hingelegt habe. Wie die Frösche zu mir in den zweiten Stock kommen ist mir bis heute ein Rätsel, wahrscheinlich durch Fenster. Am übelsten finde ich aber die Kakerlaken, die ich überhaupt nicht leiden kann und bis zu 10cm groß sind.
Geckos habe ich eine Menge im Zimmer und bin der einzige im Haus der sie nicht vertreibt, da ich sie erstens ziemlich gern habe und sie mir zweitens alles kleine, laufende wie Spinnen usw. abnehmen.
Bleiben noch die Fliegen die hier in meinem Stadtteil wirklich viele sind und natürlich die absolut ätzenden Moskitos.


Ich hoffe das ich es ab jetzt wieder schaffe regelmäßig zu Berichten, seid mir aber nicht böse wenn ich einmal nicht schaffe.

Grüße an alle aus Ecuador!

-Eddi

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Alles Banane für 2016!
Hola lieber Eddi,
das ist ja eine ziemlich plastische Schilderung deiner aktuellen Lebensumstände in regenreicher Zeit.
Schön, das wir wieder mal ein Lebenszeichen von dir bekommen.
Postsendungen an dich zu schicken haben wir angesichts der vorangegangenen Misserfolge inzwischen aufgegeben.
Aber zum Glück gibt es ja die elektrische Kommunikation.
Wir rüsten uns gerade zu einem 16-Stunden-Flug nach Bali, wo wir es auch mal so schön warm haben wollen wie du.
In unserem klimatisierten Hotelzimmer wird es aber keine so große tierische Vielfalt geben wie bei dir...

Lass es dir weiterhin gut gehen und viel Erfolg bei der Mückenbekämpfung. (Zum Glück macht niemand daraus einen Elefanten...)

Alles Liebe!
Deine Oma Gila & Opa Zimmi

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