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Donnerstag, 28. Januar 2016
Floated!
wasp, 04:16h
Hey there,
Eddi aquí, hablar in three Sprachen und be absolutely confundido.
Speutisch, die neue Sprache aller deutschen Austauschschüler!
Es passiert mir immer öfter das ich die Sprachen durcheinander bringe. Mit Familie und Freunden Spanisch, mit den anderen Austauschschülern Englisch/Deutsch, dabei kommt ein ein anstrengender Mix heraus.
Wie ich beim kommunizieren mit der Heimat immer wieder feststelle, geht mein Deutsch wirklich ein wenig ein. Oft muss ich lange nachdenken bis mir bestimmte Worte wieder einfallen, oder ich schreibe ein Wort so falsch, dass ich selbst lachen muss.
El Nino schlägt im Moment wirklich hart zu, Esmeraldas war stark überschwemmt, vor allem im Gebiet in dem ich lebe und am Fluss war es extrem. Wir liegen zum Glück ein wenig höher und sind Waden-hoch davon gekommen. Bei einer Freundin von mir, die einen Kilometer weiter wohnt stand es jedoch Hals-hoch und sie musste tatsächlich zur Schule schwimmen. Kam mir später dann ein wenig wie eine Lusche vor da ich bei Waden-höhe schon aufgegeben habe und zu Hause geblieben bin.
In diesen Gebieten wurden Häuser evakuiert und es gibt viele Probleme. Einige Schulfreunde müssen jetzt ein paar Nächte auf sehr nassen Betten schlafen und haben länger keine Technischen Geräte mehr.
Letzte Woche war das AFS-Midstay-Camp, was mir noch einmal vor Augen gerufen hat dass jetzt wirklich schon die hälfte um ist. Wieder sind alle 82 Austauschschüler zusammen getroffen und wieder hatten wir eine menge Spaß.
Ich dachte bevor ich losfuhr, wir müssten uns alle so sehr unterscheiden und anders sein. Jetzt wo ich hier bin und alle kennengelernt habe, merke ich dass das gar nicht stimmt. Klar, es gibt es Unterschiede in der Denkweise aber nichts was uns stark unterscheidet oder gar spaltet. Einzig Kontinent Unterschiede sind manchmal stark zu erkennen, die Japaner sind zum Beispiel sehr ruhig und zurückhalten wohingegen die Amis und meisten Europäer sehr offen sind.
Was doch auffällt ist der Stolz einer jeden Nation, bei einigen Ländern tritt das stärker hervor als bei anderen. Auch die vielen Sprachen ergeben immer lustige Situation, da jeder mit der Zeit einige Worte aus jeder kennt. Meist natürlich nicht die saubersten. Nur die Amis waren ein wenig außen vor, da sie ja keine eigene haben.
Dort hatte ich auch einen der meist beeindruckenden Momente meines bisherigen Lebens.
Morgens um neun ist eine Gruppe zu einem nahe gelegenem Wasserfall aufgebrochen (8 Kilometer weg). Das war einigen von uns jedoch zu früh (ich dazugehörig) und wir haben uns entschieden im Camp zu bleiben. Als wir dann um elf/zwölf alle wach waren haben wir uns dann doch entschieden hinter zu kommen und haben einen Einheimischen Truck für ein paar Dollar angetrempt, dass er uns mit zum Wasserfall nimmt. Wir haben und also zu zehnt hinten auf den Truck gequetscht und sind mitgefahren. Das Camp lag im Hochland, und man muss wissen das die Straßen dort immer am Berghang liegen, was heißt dass es links oder rechts der Straße Teils ein Kilometer Steiler Abhang ist.
Wir also alle hinten auf dem schäbigem Truck, uns irgendwie festhaltend um nicht runter zu fallen, links geht’s einen Kilometer runter, rechts der Dschungel überwucherte Hang, halb in den Wolken, extrem frische Luft und das alles in einem Affentempo. Das hat schon eine Menge eindruck bei mir hinterlassen.
Einer dieser Momente wo man das Leben wirklich spürt.
Der Wasserfall letztendlich war wirklich es wirklich wert hinterher zu kommen! In einem sehr kleinem Bergtal gelegen, mit unglaublich schöner Natur rings herum und wieder halb in den Wolken gelegen. Wie ein Isländischer Freund von mir sehr treffend sagte; "That's why I choosed Ecuador, VIVA LA VIDA!" (Es lebe das Leben!).
Karneval rückt auch immer näher, welche in Ecuador wirklich eines der größten Partys im Jahr ist. Alle sind super aufgedreht und bereiten sich darauf vor. Esmeraldas ist dazu ein ziemlicher Hotspot um zu Feiern, unsere Strände sind dafür sehr beliebt. Wo genau ich Karneval verbringen werde weiß ich noch nicht genau, entweder mit meiner Cousine oder meinem besten Freund. Mal sehen.
Seit dem 29.1 haben hier auch die 3 Monatigen Ferien begonnen. Was heißt dass ich zu dem Zeitpunkt an dem ich schreibe, schon eine Woche in den Ferien bin. Ab nächster Woche besucht mich eine deutsche Freundin, die im Moment in Guayaquil wohnt. Dann steht in den Ferien noch der lang ersehnte Amazonas Trip an. Alle Schüler die Lust haben melden sich an und dann wird anhand der Anzahlt entschieden wie viele Gruppen sich Bilden. Normalerweise fahren Küste und Innenland getrennt da wir andere Ferienzeiten haben.
Ansonsten lass ich die Ferien auf mich zu kommen und schau was passiert.
Da ich den Blog in Etappen schreibe, kann ich auch direkt über Karneval berichten.
Kurze zusammen Fassung: Absolut beschissenes Wetter (Tut mir leid für den Ausdruck aber es war wirklich genau so).
Die ersten Nächste sind absolut im Regen versunken und so habe ich nichts unternommen. Erst am Montag haben wir es dann versucht und sind zum Strand gefahren, haben aber auch das nach ein paar Stunden aufgegeben. Ziemlich schade eigentlich, alle haben sich riesig darauf gefreut.
Natürlich haben die hartgesottenden sich nichts sagen lassen und haben trotzdem wie immer gefeiert.
Und damit wieder schöne Grüße aus Ecuador!
-Eddi
P.S: oma_opa, ich habe die Anspielung mit der Mücke und dem Elefanten verstanden und musste sehr Lachen! :D
Eddi aquí, hablar in three Sprachen und be absolutely confundido.
Speutisch, die neue Sprache aller deutschen Austauschschüler!
Es passiert mir immer öfter das ich die Sprachen durcheinander bringe. Mit Familie und Freunden Spanisch, mit den anderen Austauschschülern Englisch/Deutsch, dabei kommt ein ein anstrengender Mix heraus.
Wie ich beim kommunizieren mit der Heimat immer wieder feststelle, geht mein Deutsch wirklich ein wenig ein. Oft muss ich lange nachdenken bis mir bestimmte Worte wieder einfallen, oder ich schreibe ein Wort so falsch, dass ich selbst lachen muss.
El Nino schlägt im Moment wirklich hart zu, Esmeraldas war stark überschwemmt, vor allem im Gebiet in dem ich lebe und am Fluss war es extrem. Wir liegen zum Glück ein wenig höher und sind Waden-hoch davon gekommen. Bei einer Freundin von mir, die einen Kilometer weiter wohnt stand es jedoch Hals-hoch und sie musste tatsächlich zur Schule schwimmen. Kam mir später dann ein wenig wie eine Lusche vor da ich bei Waden-höhe schon aufgegeben habe und zu Hause geblieben bin.
In diesen Gebieten wurden Häuser evakuiert und es gibt viele Probleme. Einige Schulfreunde müssen jetzt ein paar Nächte auf sehr nassen Betten schlafen und haben länger keine Technischen Geräte mehr.
Letzte Woche war das AFS-Midstay-Camp, was mir noch einmal vor Augen gerufen hat dass jetzt wirklich schon die hälfte um ist. Wieder sind alle 82 Austauschschüler zusammen getroffen und wieder hatten wir eine menge Spaß.
Ich dachte bevor ich losfuhr, wir müssten uns alle so sehr unterscheiden und anders sein. Jetzt wo ich hier bin und alle kennengelernt habe, merke ich dass das gar nicht stimmt. Klar, es gibt es Unterschiede in der Denkweise aber nichts was uns stark unterscheidet oder gar spaltet. Einzig Kontinent Unterschiede sind manchmal stark zu erkennen, die Japaner sind zum Beispiel sehr ruhig und zurückhalten wohingegen die Amis und meisten Europäer sehr offen sind.
Was doch auffällt ist der Stolz einer jeden Nation, bei einigen Ländern tritt das stärker hervor als bei anderen. Auch die vielen Sprachen ergeben immer lustige Situation, da jeder mit der Zeit einige Worte aus jeder kennt. Meist natürlich nicht die saubersten. Nur die Amis waren ein wenig außen vor, da sie ja keine eigene haben.
Dort hatte ich auch einen der meist beeindruckenden Momente meines bisherigen Lebens.
Morgens um neun ist eine Gruppe zu einem nahe gelegenem Wasserfall aufgebrochen (8 Kilometer weg). Das war einigen von uns jedoch zu früh (ich dazugehörig) und wir haben uns entschieden im Camp zu bleiben. Als wir dann um elf/zwölf alle wach waren haben wir uns dann doch entschieden hinter zu kommen und haben einen Einheimischen Truck für ein paar Dollar angetrempt, dass er uns mit zum Wasserfall nimmt. Wir haben und also zu zehnt hinten auf den Truck gequetscht und sind mitgefahren. Das Camp lag im Hochland, und man muss wissen das die Straßen dort immer am Berghang liegen, was heißt dass es links oder rechts der Straße Teils ein Kilometer Steiler Abhang ist.
Wir also alle hinten auf dem schäbigem Truck, uns irgendwie festhaltend um nicht runter zu fallen, links geht’s einen Kilometer runter, rechts der Dschungel überwucherte Hang, halb in den Wolken, extrem frische Luft und das alles in einem Affentempo. Das hat schon eine Menge eindruck bei mir hinterlassen.
Einer dieser Momente wo man das Leben wirklich spürt.
Der Wasserfall letztendlich war wirklich es wirklich wert hinterher zu kommen! In einem sehr kleinem Bergtal gelegen, mit unglaublich schöner Natur rings herum und wieder halb in den Wolken gelegen. Wie ein Isländischer Freund von mir sehr treffend sagte; "That's why I choosed Ecuador, VIVA LA VIDA!" (Es lebe das Leben!).
Karneval rückt auch immer näher, welche in Ecuador wirklich eines der größten Partys im Jahr ist. Alle sind super aufgedreht und bereiten sich darauf vor. Esmeraldas ist dazu ein ziemlicher Hotspot um zu Feiern, unsere Strände sind dafür sehr beliebt. Wo genau ich Karneval verbringen werde weiß ich noch nicht genau, entweder mit meiner Cousine oder meinem besten Freund. Mal sehen.
Seit dem 29.1 haben hier auch die 3 Monatigen Ferien begonnen. Was heißt dass ich zu dem Zeitpunkt an dem ich schreibe, schon eine Woche in den Ferien bin. Ab nächster Woche besucht mich eine deutsche Freundin, die im Moment in Guayaquil wohnt. Dann steht in den Ferien noch der lang ersehnte Amazonas Trip an. Alle Schüler die Lust haben melden sich an und dann wird anhand der Anzahlt entschieden wie viele Gruppen sich Bilden. Normalerweise fahren Küste und Innenland getrennt da wir andere Ferienzeiten haben.
Ansonsten lass ich die Ferien auf mich zu kommen und schau was passiert.
Da ich den Blog in Etappen schreibe, kann ich auch direkt über Karneval berichten.
Kurze zusammen Fassung: Absolut beschissenes Wetter (Tut mir leid für den Ausdruck aber es war wirklich genau so).
Die ersten Nächste sind absolut im Regen versunken und so habe ich nichts unternommen. Erst am Montag haben wir es dann versucht und sind zum Strand gefahren, haben aber auch das nach ein paar Stunden aufgegeben. Ziemlich schade eigentlich, alle haben sich riesig darauf gefreut.
Natürlich haben die hartgesottenden sich nichts sagen lassen und haben trotzdem wie immer gefeiert.
Und damit wieder schöne Grüße aus Ecuador!
-Eddi
P.S: oma_opa, ich habe die Anspielung mit der Mücke und dem Elefanten verstanden und musste sehr Lachen! :D
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Freitag, 8. Januar 2016
Buenas!
wasp, 02:19h
Frohes Neues!
Jetzt kommt doch nochmal eine Meldung von mir über den Blog.
Tut mir leid das ich mich solange nicht gemeldet habe, aber ich hatte nicht wirklich die Motivation etwas zu schreiben und dadurch das keine Nachfrage entstanden ist habe ich nichts mehr verfasst.
Jetzt kommt aber mal wieder ein Bericht!
So ziemlich die hälfte ist nun um und meine Erfahrungen und Erlebnisse habe sich natürlich unglaublich gesteigert. Als Ecuadorianer kann ich mich noch nicht 100% bezeichnen aber es geht voran!
Die Aufmerksamkeit ist (leider) immer noch die gleiche, was mir inzwischen teils wirklich auf die Nerven geht.
Im Moment ist absolute Regenzeit. Es regnet sehr häufig und in einer stärke die man in Deutschland kaum erlebt. Bis zu 48 Stunden hält der Regen an, was etwas depressiv werden kann.
Durch die trotzdem eingehende Hitze (Heute z.B 28°) kann es sehr erdrückend Schwül werden.
In dem Teil von Esmeraldas in dem ich lebe, bestehen die Straßen nur aus Dreck und verwandeln sich nach andauerndem Regen in Schlammstraßen. Extrem ätzend ist aber die unglaubliche anzahl von Mücken, die sich anscheinend lieber helle Haut suchen. Ich denke ich werde mich in Deutschland nie wieder über Mücken beschweren, da ich jetzt weiß was es wirklich heißt zerstochen zu sein...
Natürlich hat die Regenzeit auch ihre schönen Seiten - Die Natur boomt gerade zu, es ist wirklich unglaublich grün.
In der Schule geht es weiterhin so zu wie immer - sehr chaotisch. Gestern hatten wir wieder einen "Streik". Es geht darum das viele Schüler auf meiner Schule das Schulgeld nicht bezahlen können und so staatlich untergebracht sind. Es kommt also öfter mal vor das die Lehrer ansagen, das der Unterricht ab jetzt nur noch für Schüler ist die bezahlen. Also verlassen alle anderen die Klassenzimmer (90%) und bleiben au dem Schulhof bis die Schule zu ende ist. In den Klassen bleiben dann ungefähr 3-4 Schüler übrig.
Amüsant sind auch immer die morgendlichen Zusammentreffen mit der ganzen Schule, bei denen die Schulleitung oder die Lehrer verschiedene Dinge ansagen und gebetet wird. Diese Treffen werden nahezu immer durch technische Probleme, wie zum Beispiel Lautsprecher Ausfälle und unangenehme Fieptöne gestört oder wir versinken komplett im Regen.
An Weihnachten hatten wir für die ganze Schule einen Gottesdienst, der meiner Meinung aber eher an eine Messe erinnert hat. Im lautstarken Ton fast Gebrüll wurde über Gott und die tolle Kirche geredet. Ich persönlich tendiere ja eher zum Atheismus, respektiere Religion aber komplett. Das war jedoch selbst mir zu viel.
Weihnachten zu hause war dagegen eher unspektakulär. Ich war ziemlich den ganzen Nachmittag/Abend alleine zu Hause und habe mich schon gefragt ob wir jetzt überhaupt etwas feiern, bis mir meine Mutter dann erklärte das die Tradition hier beschreibt um 00:00 das Weihnachtsessen einzunehmen. Also traf sich die ganze Familie um 12 um die Mahlzeit einzunehmen. Tradition ist hier Truthahn oder Hühnchen zu essen, dazu dann Reis, Gemüse und außerdem eine Paste bestehend aus Hühnchen und Cookies. Die Paste habe ich als weiterhin bestehender Vegetarier natürlich nicht gegessen aber von anderen Austauschschülern gehört das diese, um es einmal so zu sagen, seehr gewöhnungsbedürftig ist.
Langsam beginnt mir das Essen aus Deutschland wirklich zu fehlen. Al zu abwechslungsreich ist es hier auf dauer nicht. An normalen Tagen besteht die Wahl aus Kochbananen, Quetschbananen, frittierten Bananen, gefüllten Bananen, Bananen Chips und einer Menge Bananenteig Waren, dazu dann Reis, Linsen und natürlich Hühnchen. Sonst wird viel Brot gegessen, jedoch nur Weißbrot was einem von deutscher Backkunst verwöhntem Menschen auf dauer auch ein wenig ödet.
Den anderen Austauschschülern geht es ähnlich, darum treffen wir uns ab un zu um uns einmal etwas zu backen oder zu Kochen.
Wasser und Stromausfälle sind hier ziemlich normal. Wasser jedoch deutlich öfter, es bleibt bis zu 7 Tage weg. Strom meist nur ein paar Stunden.
Hinter unserem Haus haben wir eine Wassergrube, aus der dann Wasser für alle Gebräuche geschöpft wird. Es klingt vielleicht etwas komisch, ist aber nach ein bisschen Gewöhnung gar nicht schlimm.
Wer ein großes Problem mit Insekten oder Tieren hat ist hier definitiv falsch. Kakerlaken, Ratten und Frösche sind die nervigsten, da sie ziemlich groß und eklig sind. Neulich zum Beispiel hatte ich eine ziemlich fette Ratte bei mir im Bad, ich hab mich so erschrocken, dass ich gefühlt einen mindestens zwei Meter Sprung hingelegt habe. Wie die Frösche zu mir in den zweiten Stock kommen ist mir bis heute ein Rätsel, wahrscheinlich durch Fenster. Am übelsten finde ich aber die Kakerlaken, die ich überhaupt nicht leiden kann und bis zu 10cm groß sind.
Geckos habe ich eine Menge im Zimmer und bin der einzige im Haus der sie nicht vertreibt, da ich sie erstens ziemlich gern habe und sie mir zweitens alles kleine, laufende wie Spinnen usw. abnehmen.
Bleiben noch die Fliegen die hier in meinem Stadtteil wirklich viele sind und natürlich die absolut ätzenden Moskitos.
Ich hoffe das ich es ab jetzt wieder schaffe regelmäßig zu Berichten, seid mir aber nicht böse wenn ich einmal nicht schaffe.
Grüße an alle aus Ecuador!
-Eddi
Jetzt kommt doch nochmal eine Meldung von mir über den Blog.
Tut mir leid das ich mich solange nicht gemeldet habe, aber ich hatte nicht wirklich die Motivation etwas zu schreiben und dadurch das keine Nachfrage entstanden ist habe ich nichts mehr verfasst.
Jetzt kommt aber mal wieder ein Bericht!
So ziemlich die hälfte ist nun um und meine Erfahrungen und Erlebnisse habe sich natürlich unglaublich gesteigert. Als Ecuadorianer kann ich mich noch nicht 100% bezeichnen aber es geht voran!
Die Aufmerksamkeit ist (leider) immer noch die gleiche, was mir inzwischen teils wirklich auf die Nerven geht.
Im Moment ist absolute Regenzeit. Es regnet sehr häufig und in einer stärke die man in Deutschland kaum erlebt. Bis zu 48 Stunden hält der Regen an, was etwas depressiv werden kann.
Durch die trotzdem eingehende Hitze (Heute z.B 28°) kann es sehr erdrückend Schwül werden.
In dem Teil von Esmeraldas in dem ich lebe, bestehen die Straßen nur aus Dreck und verwandeln sich nach andauerndem Regen in Schlammstraßen. Extrem ätzend ist aber die unglaubliche anzahl von Mücken, die sich anscheinend lieber helle Haut suchen. Ich denke ich werde mich in Deutschland nie wieder über Mücken beschweren, da ich jetzt weiß was es wirklich heißt zerstochen zu sein...
Natürlich hat die Regenzeit auch ihre schönen Seiten - Die Natur boomt gerade zu, es ist wirklich unglaublich grün.
In der Schule geht es weiterhin so zu wie immer - sehr chaotisch. Gestern hatten wir wieder einen "Streik". Es geht darum das viele Schüler auf meiner Schule das Schulgeld nicht bezahlen können und so staatlich untergebracht sind. Es kommt also öfter mal vor das die Lehrer ansagen, das der Unterricht ab jetzt nur noch für Schüler ist die bezahlen. Also verlassen alle anderen die Klassenzimmer (90%) und bleiben au dem Schulhof bis die Schule zu ende ist. In den Klassen bleiben dann ungefähr 3-4 Schüler übrig.
Amüsant sind auch immer die morgendlichen Zusammentreffen mit der ganzen Schule, bei denen die Schulleitung oder die Lehrer verschiedene Dinge ansagen und gebetet wird. Diese Treffen werden nahezu immer durch technische Probleme, wie zum Beispiel Lautsprecher Ausfälle und unangenehme Fieptöne gestört oder wir versinken komplett im Regen.
An Weihnachten hatten wir für die ganze Schule einen Gottesdienst, der meiner Meinung aber eher an eine Messe erinnert hat. Im lautstarken Ton fast Gebrüll wurde über Gott und die tolle Kirche geredet. Ich persönlich tendiere ja eher zum Atheismus, respektiere Religion aber komplett. Das war jedoch selbst mir zu viel.
Weihnachten zu hause war dagegen eher unspektakulär. Ich war ziemlich den ganzen Nachmittag/Abend alleine zu Hause und habe mich schon gefragt ob wir jetzt überhaupt etwas feiern, bis mir meine Mutter dann erklärte das die Tradition hier beschreibt um 00:00 das Weihnachtsessen einzunehmen. Also traf sich die ganze Familie um 12 um die Mahlzeit einzunehmen. Tradition ist hier Truthahn oder Hühnchen zu essen, dazu dann Reis, Gemüse und außerdem eine Paste bestehend aus Hühnchen und Cookies. Die Paste habe ich als weiterhin bestehender Vegetarier natürlich nicht gegessen aber von anderen Austauschschülern gehört das diese, um es einmal so zu sagen, seehr gewöhnungsbedürftig ist.
Langsam beginnt mir das Essen aus Deutschland wirklich zu fehlen. Al zu abwechslungsreich ist es hier auf dauer nicht. An normalen Tagen besteht die Wahl aus Kochbananen, Quetschbananen, frittierten Bananen, gefüllten Bananen, Bananen Chips und einer Menge Bananenteig Waren, dazu dann Reis, Linsen und natürlich Hühnchen. Sonst wird viel Brot gegessen, jedoch nur Weißbrot was einem von deutscher Backkunst verwöhntem Menschen auf dauer auch ein wenig ödet.
Den anderen Austauschschülern geht es ähnlich, darum treffen wir uns ab un zu um uns einmal etwas zu backen oder zu Kochen.
Wasser und Stromausfälle sind hier ziemlich normal. Wasser jedoch deutlich öfter, es bleibt bis zu 7 Tage weg. Strom meist nur ein paar Stunden.
Hinter unserem Haus haben wir eine Wassergrube, aus der dann Wasser für alle Gebräuche geschöpft wird. Es klingt vielleicht etwas komisch, ist aber nach ein bisschen Gewöhnung gar nicht schlimm.
Wer ein großes Problem mit Insekten oder Tieren hat ist hier definitiv falsch. Kakerlaken, Ratten und Frösche sind die nervigsten, da sie ziemlich groß und eklig sind. Neulich zum Beispiel hatte ich eine ziemlich fette Ratte bei mir im Bad, ich hab mich so erschrocken, dass ich gefühlt einen mindestens zwei Meter Sprung hingelegt habe. Wie die Frösche zu mir in den zweiten Stock kommen ist mir bis heute ein Rätsel, wahrscheinlich durch Fenster. Am übelsten finde ich aber die Kakerlaken, die ich überhaupt nicht leiden kann und bis zu 10cm groß sind.
Geckos habe ich eine Menge im Zimmer und bin der einzige im Haus der sie nicht vertreibt, da ich sie erstens ziemlich gern habe und sie mir zweitens alles kleine, laufende wie Spinnen usw. abnehmen.
Bleiben noch die Fliegen die hier in meinem Stadtteil wirklich viele sind und natürlich die absolut ätzenden Moskitos.
Ich hoffe das ich es ab jetzt wieder schaffe regelmäßig zu Berichten, seid mir aber nicht böse wenn ich einmal nicht schaffe.
Grüße an alle aus Ecuador!
-Eddi
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Mittwoch, 21. Oktober 2015
Coco, Naranja!
wasp, 06:05h
Ein herzliches Hallo an alle :)
Tut mir leid das es so lange keine Meldung von mir gab, aber ich habe einfach nicht so viel gefunden was ich Berichten könnte und ich, wenn schon denn schon, einen längeren Blog gestalten möchte.
Jetzt sind es schon zwei Monate hier und ich kann definitiv sagen, dass ich mich gut eingelebt habe. Trotzdem hängt es mit meinem Spanisch ein bisschen hinterher, irgendwie komme ich da nicht so schnell mit wie die anderen Austauschschüler, hier in Esmeraldas.
Auch in der Schule habe ich mich eingewöhnt und werde jetzt auch teils in den Unterricht integriert. In Englisch zum Beispiel spiele ich inzwischen eine Schlüsselrolle, da mich die Lehrerin für alle möglichen Aufgaben nutzt, wie etwas vorzutragen, etwas zu erklären oder einfach etwas richtig auszusprechen. Das liegt hauptsächlich daran das ich besser Spanisch sprechen kann als sie Englisch, was etwas heißen soll da mein Spanisch wirklich nicht sonderlich gut ist ^^.
Auch bei den Naturwissenschaftlichen Fächern mache ich jetzt mit, was immer eine recht lustige Angelegenheit ist, da sie hier solche Themen behandeln wie "warum können Insekten auf dem Wasser laufen?" oder "wird ein Luftballon schwerer wenn mehr Luft darin ist?".
In Religion hingegen werde ich gar nicht integriert, seitdem mich der Lehrer gefragt habe was für eine Religion ich denn verfolge und ich meinte, das ich keine Religion aktiv verfolge. Ich glaube er hält mich seit dem für einen "anti Katholik" und integriert mich nicht in den Unterricht, was mich nicht sonderlich stört.
Eine recht witzige Geschichte ist auch als ich das Alkohol Labor von unserem Geschichtslehrer entdeckt habe. Wir haben ein "Labor" auf unserem Gelände, in dem ein paar Metal Tische, ein Abwaschbecken und ein großer Ofen sind. Unser Lehrer hat sich dort sein Labor eingerichtet und gehrt und brennt Alkohol. Ich habe mich eine Weile mit ihm unterhalten, da ich das Projekt Alkohol vor einer Weile auch ausprobiert habe. Am Ende hat er mir dann auch eine Kostrunde von seinem Kakao-Schnaps ausgegeben - wirklich sehr lecker!
Langsam setzt hier die Regenzeit ein, was heißt das es immer mehr regnet und kühler wird. Für mich ist es immer noch sehr warm und dadurch das durch den Regen die Atmosphäre schwüler wird, ist es sehr erdrückend für mich. Die Sonne ist nach wie vor, wenn sie scheint extrem intensiv und mann kann es kaum lange in ihr aushalten.
Auch in der Stadt finde ich mich immer besser zurecht und kriege langsam das Bus fahren ganz gut hin. Bus fahren ist hier nicht so einfach, da ich erstens immer noch nicht richtig weiß wie ich die Linien auseinander halte, zweitens immer nicht weiß wo diese genau lang fahren (es gibt keine Haltestellen) und es drittens keine genauen Zeiten gibt. Die Busse kommen also immer mal ab und zu. Man steigt einfach ein, gibt den Türmann (der immer an der Tür steht und nach winkenden Passagieren schaut) 25 Cent und brüllt dann einfach wenn man wieder aussteigen will.
Der Bus ist außerdem der Platz an dem die meisten Diebstähle stattfinden. Einem schweizer Freund wurde schon sein Handy aus der Tasche gestohlen. Es gilt also; Rucksack nach vorne und nichts in die hinteren Hosentaschen.
Der restliche Verkehr ist auch eine Sache für sich. Die Leute fahren hier wirklich verrückt, so schnell/langsam wie sie gerade wollen und oft auf zweispurigen Straßen dreispurig. Die Hupe wird auch grundsätzlich öfter als der Blinker benutzt und zu jeden Anlass, ob es nun ist weil man jemanden erkennt, um eine Kurve fährt oder einfach weil man Lust dazu hat.
Inzwischen kann ich auch gut schlafen, da ich mich an das Klima und die fast ständigen Auto Sirenen gewöhnt habe, die immer anspringen wenn ein Auto falsch berührt wird oder aufgeschlossen wird.
Auch die zeit von 5-6 Uhr stehe ich jetzt ganz gut durch. In dieser Zeit fangen die, in der Nachbarschaft wirklich nicht raren Hähne an zu krähen, wozu dann bald die nicht weniger vorhandenen Hunde anfangen zu bellen. In der Zeit sind die Auto Sirenen auch sehr aktiv, da sich eine menge Leute auf den Weg machen. Alles in allem eine sehr schlecht Zeit zu schlafen, die sehr oft in Frust meinerseits endet. :D
Ich habe jetzt auch verstanden wie ich auf dieser Seite Fotos hochladen kann, allerdings dauert es bei meinem Internet wirklich ewig. Mein nächster Blog wird also bald kommen und eher aus Fotos bestehen :)
Da meine alte E-Mail Adresse nun leider gesperrt wurde, habe ich mir nun eine neue zugelegt. Ich bin jetzt unter eddi.haering@gmail.com zu erreichen.
Viele Grüße aus Ecuador,
-Eddi
Tut mir leid das es so lange keine Meldung von mir gab, aber ich habe einfach nicht so viel gefunden was ich Berichten könnte und ich, wenn schon denn schon, einen längeren Blog gestalten möchte.
Jetzt sind es schon zwei Monate hier und ich kann definitiv sagen, dass ich mich gut eingelebt habe. Trotzdem hängt es mit meinem Spanisch ein bisschen hinterher, irgendwie komme ich da nicht so schnell mit wie die anderen Austauschschüler, hier in Esmeraldas.
Auch in der Schule habe ich mich eingewöhnt und werde jetzt auch teils in den Unterricht integriert. In Englisch zum Beispiel spiele ich inzwischen eine Schlüsselrolle, da mich die Lehrerin für alle möglichen Aufgaben nutzt, wie etwas vorzutragen, etwas zu erklären oder einfach etwas richtig auszusprechen. Das liegt hauptsächlich daran das ich besser Spanisch sprechen kann als sie Englisch, was etwas heißen soll da mein Spanisch wirklich nicht sonderlich gut ist ^^.
Auch bei den Naturwissenschaftlichen Fächern mache ich jetzt mit, was immer eine recht lustige Angelegenheit ist, da sie hier solche Themen behandeln wie "warum können Insekten auf dem Wasser laufen?" oder "wird ein Luftballon schwerer wenn mehr Luft darin ist?".
In Religion hingegen werde ich gar nicht integriert, seitdem mich der Lehrer gefragt habe was für eine Religion ich denn verfolge und ich meinte, das ich keine Religion aktiv verfolge. Ich glaube er hält mich seit dem für einen "anti Katholik" und integriert mich nicht in den Unterricht, was mich nicht sonderlich stört.
Eine recht witzige Geschichte ist auch als ich das Alkohol Labor von unserem Geschichtslehrer entdeckt habe. Wir haben ein "Labor" auf unserem Gelände, in dem ein paar Metal Tische, ein Abwaschbecken und ein großer Ofen sind. Unser Lehrer hat sich dort sein Labor eingerichtet und gehrt und brennt Alkohol. Ich habe mich eine Weile mit ihm unterhalten, da ich das Projekt Alkohol vor einer Weile auch ausprobiert habe. Am Ende hat er mir dann auch eine Kostrunde von seinem Kakao-Schnaps ausgegeben - wirklich sehr lecker!
Langsam setzt hier die Regenzeit ein, was heißt das es immer mehr regnet und kühler wird. Für mich ist es immer noch sehr warm und dadurch das durch den Regen die Atmosphäre schwüler wird, ist es sehr erdrückend für mich. Die Sonne ist nach wie vor, wenn sie scheint extrem intensiv und mann kann es kaum lange in ihr aushalten.
Auch in der Stadt finde ich mich immer besser zurecht und kriege langsam das Bus fahren ganz gut hin. Bus fahren ist hier nicht so einfach, da ich erstens immer noch nicht richtig weiß wie ich die Linien auseinander halte, zweitens immer nicht weiß wo diese genau lang fahren (es gibt keine Haltestellen) und es drittens keine genauen Zeiten gibt. Die Busse kommen also immer mal ab und zu. Man steigt einfach ein, gibt den Türmann (der immer an der Tür steht und nach winkenden Passagieren schaut) 25 Cent und brüllt dann einfach wenn man wieder aussteigen will.
Der Bus ist außerdem der Platz an dem die meisten Diebstähle stattfinden. Einem schweizer Freund wurde schon sein Handy aus der Tasche gestohlen. Es gilt also; Rucksack nach vorne und nichts in die hinteren Hosentaschen.
Der restliche Verkehr ist auch eine Sache für sich. Die Leute fahren hier wirklich verrückt, so schnell/langsam wie sie gerade wollen und oft auf zweispurigen Straßen dreispurig. Die Hupe wird auch grundsätzlich öfter als der Blinker benutzt und zu jeden Anlass, ob es nun ist weil man jemanden erkennt, um eine Kurve fährt oder einfach weil man Lust dazu hat.
Inzwischen kann ich auch gut schlafen, da ich mich an das Klima und die fast ständigen Auto Sirenen gewöhnt habe, die immer anspringen wenn ein Auto falsch berührt wird oder aufgeschlossen wird.
Auch die zeit von 5-6 Uhr stehe ich jetzt ganz gut durch. In dieser Zeit fangen die, in der Nachbarschaft wirklich nicht raren Hähne an zu krähen, wozu dann bald die nicht weniger vorhandenen Hunde anfangen zu bellen. In der Zeit sind die Auto Sirenen auch sehr aktiv, da sich eine menge Leute auf den Weg machen. Alles in allem eine sehr schlecht Zeit zu schlafen, die sehr oft in Frust meinerseits endet. :D
Ich habe jetzt auch verstanden wie ich auf dieser Seite Fotos hochladen kann, allerdings dauert es bei meinem Internet wirklich ewig. Mein nächster Blog wird also bald kommen und eher aus Fotos bestehen :)
Da meine alte E-Mail Adresse nun leider gesperrt wurde, habe ich mir nun eine neue zugelegt. Ich bin jetzt unter eddi.haering@gmail.com zu erreichen.
Viele Grüße aus Ecuador,
-Eddi
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